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Screenshot: BR

 

Erst die Bundeswehrvorfälle in Afghanistan und auf der Gorch Fock, nun die geöffnete Feldpost. Verteidigungsminister Guttenberg kämpft gerade selbst an mindestens drei Fronten: Doch meiner Meinung nach gar nicht so schlecht. Ein fährt einen klaren Kurs, er ist selbstsicher und zeigt sich als aktiver Krisenmanager. Seine Sprache ist verständlich, er reagiert direkt auf veränderte Situationen, schaltet schnell auf Gegenangriff und nutzt die Medien als Trigger für seine Botschaften. Ich bin überzeugt, dass er sogar gestärkt aus dieser Krise hervor gehen kann.

Sehen Sie dazu hier den Beitrag von Kontrovers, gelaufen gestern im Bayerischen Fernsehen.

Der Dioxin-Skandal beschert der Lebensmittelbranche einen herben Imageverlust. Das konnten wir in einer aktuellen Umfrage, durchgeführt von tns emnid, nachweisen. Die deutschen Verbraucher verlieren das Vertrauen in Zulieferer, Landwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel und fordern schärfere Kontrollen und eine bessere Krisenkommunikation. Hier geht’s zur Pressemeldung.

Ist Ilse Aigner eine schlechte Krisenmanagerin? Im BR-Politmagazin „Kontrovers“ habe ich dazu mit dem Bayerischen Rundfunk gesprochen:

Link zum Beitrag

Screenshot: BR

Welche Lehren muss professionelle Krisen-PR aus WikiLeaks ziehen? Auch darüber sprach mein New Yorker Ketchum-Kollege und Krisen-Experte James Donnelly im Interview mit der Kommunikationsplattform Commpro.biz:

 

 

Wer mehr dazu wissen möchte, dem sei sein privaten Blog unter www.jamesjdonnelly.com empfohlen!

Managen nach der Krise

„Fernsher oder Lautsprecher – Was die Chefetage aus der Krise lernt“ heißt das neue Buch von meinem Kollegen und Freund Joachim Klewes, das er kürzlich gemeinsam mit Udo Klein-Bölting von unserer Omnicom Schwester-Gesellschaft Batten&Company veröffentlicht hat.

Auf YouTube gibt es jetzt zwei Videos zu einem Thema, die das Thema näher bringen und Lust auf’s Lesen machen:

Übrigens: Joachim twittert auch seit kurzem, unter http://twitter.com/JoachimKlewes gibt es ab sofort täglich interessante News zu PR, Kommunikation, Change und Management.

http://fernseher-oder-lautsprecher.de/

Ein Lesetipp in eigener Sache: Mit dem Handelsblatt habe ich kürzlich zum Bundesbank-Krisenfall „Sarrazin“ gesprochen. Warum die Bank eine wichtige Chance verpasst hat, was sie tun kann und besonders welche Learnings andere CEOs daraus ziehen können.

Screenshot: theCHIVE.com

Screenshot: theCHIVE.com

Außergewöhnliche Kündigungen sind ja derzeit offenbar im kommen. Nachdem der amerikanische Flugbegleiter Steve Slater nach einer Wutrede und mit Bier in der Hand seinen Job über die Notrutsche gekündigt hat, feierte ihn das Social Web als Helden. Seine Facebook-Fan-Seite ist inzwischen fast so populär wie die seines ehemaligen Arbeitgebers JetBlue.

Vor einigen Tagen machte Jenny die Runde in Blogs, auf Twitter und Facebook. In einer 33-teiligen Bildstrecke erläuterte sie die Gründe für ihre Kündigung. Besonders Ihr Chef kam dabei überhaupt nicht gut weg. Die Bildstrecke ging per Mail angeblich an alle Mitarbeiter des Büros. Das war durchaus witzig, sogar bösarttig und geradezu professionell.

Vielleicht war die Kündigung ein bisschen zu professionell gemacht, denn recht bald entlarvten Blogger die Geschichte als „Hoax„, eine Fälschung also. In Wahrheit heißt Jenny nämlich Elysa und ist Schauspielerin. Mit der erfunden Geschichte wollteder Blog theCHIVE.com nur auf sich aufmerksam machen. Das ist offenbar gelungen. Über 3600 Kommentare und mehr als eine halbe Million Facebook-Empfehlungen sprechen für die außergewöhnliche Dynamik.

Obwohl der Hoax schon längst aufgedeckt war, hinderte das  zahlreiche Medien wie den Daily Telegraph, die BBC oder die Huffington Post nicht daran, aus der Nachricht eine Story zu machen. Damit hat der Eintrag erreicht, was er sollte: Aufmerksamkeit erzeugen.

Was hat das nun mit dem Thema Krise zu tun? Nun ja, bei einer halben Millionen Empfehlungen, könnte man eigentlich schon heute Wetten abschließen, wann der erste echte Fall auftaucht. Und mit Sicherheit wird das der betreffende Chef nicht witzig finden.

Sommerlöcher haben so ihre Eigendynamik und geben wirklich banalen Geschehnissen unfassbar viel redaktionellen Raum. Das mag vielleicht daran liegen, das der Vorrat an Stories zu gering, das die Temperaturen zu heiss und jede Anstrengung zur Recherche einfach zu viel ist.

Exemplarisch dafür ist der umgefallene Neuenkirchener Blumenkübel, der es zu bundesweiter Bekanntheit, ja fast schon Berühmtheit brachte. Eine kleine Meldung im Internetangebot der Münsterschen Zeitung mit einem für dieses Thema reißerischen Einstieg („Fassungslos waren die Bewohner des Antoniusstift…“) war Ausgangspunkt der Situation. Ralf Heimann, selbst Mitarbeiter der Zeitung, setzte mit dem Tweet „In Neuenkirchen ist ein Blumenkübel umgefallen“ die Welle in Bewegung.

Danach ergoss sich der Hohn und Spott über die Nachricht: Nicht nur zahlreiche sarkastische Twittermeldungen folgten in den Stunden danach und machten den Hashtag #Blumenkübel zum Platz 1 der Twitter-Trends vom Mittwoch. Auf Facebook wurde eine Fan-Page eingerichtet, auf YouTube tauchten bald erste Bekennervideos vermeindlicher Täter auf , und Lukas Heinser, Autor des Medienblogs, „Coffee and TV“, produzierte gleich ein Lied zu der Meldung.

Es folgten unmittelbar Medien wie Handelsblatt und Die Welt, auch RTL berichtete von dem Phänomen. Selbst als PR-Profi ist man doch gelegentlich einfach baff, wie schnell große Medien solch lapidaren Scheinriesen wie dem Blumenkübel und den folgenden Bewegungen im Netz eine so hohe Relevanz einzuräumen. Für Kommunikatoren ist es an sich überlebensnotwendig, die Relevanzdenke von Journalisten zu durchdringen, um eigene Themen geschickt zu platzieren, kritische Issues frühzeitig aufzuspüren. Das „Kübelgate“ zeigt allerdings, wie schwer das manchmal einzuschätzen ist. Kommunikatoren müssen in jedem Falle das Social Web kontinuierlich im Auge behalten (z.B. via WebScan von KP):  Nicht nur, weil potenzielle Krisen im Sommer auf einen hervorragenden medialen Nährboden fallen. Sondern auch, weil man manchmal die einfache Gelegenheit bekommt, auf ein Thema aufzuspringen. Dafür bekommen die Schnellschalter von SIXT (mal wieder) den ersten Preis:

Screenshot: facebook.com/sixt.autovermietung

Screenshot: facebook.com/sixt.autovermietung

Es ist schon komisch: Selbst zu den schlimmsten Katastrophen findet man allenthalben irgendwelche Witzchen  – meistens minder, denn mehr lustig. Aber es gibt auch Ausnahmen und manchmal sind auch köstliche kleine Meisterwerke dabei. So gefunden in der Rubrik politcalhumor von http://about.com, wo mit einem einfachen Foto und einer Sprechblase eine Story schlagfertig erzählt wird. Spitzig, unkonventionell und einfach Klasse.

Screenshot: Gadling.com

Nach den Problemen mit dem Aschevulkan und dem noch streikenden Flugpersonal, folgt nun gleich die nächste Krise für British Airways. In der Mitarbeiterzeitschrift „LHR News“ für das Londoner Flughafenpersonal wurde als Titelgeschichte das neue Boarding-Ticket fürs Handy vorgestellt, was ja eigentlich eine feine Sache ist. Dumm nur, dass jemand als Platzhalter den Namen von Osama Bin Laden wählte und dann dieser jemand  diesen (absichtlich?!) nicht wieder entfernt  hat. Und als ob das nicht genug wäre, weist das Ticket Bin Laden als Vielflieger aus mit dem Ziel Washington.

British Airways hat sich bereits per Twitter entschuldigt. Wer nun diese Kommunikationspanne verursacht hat, ist derzeit noch unklar. Die Spekulationen reichen jedoch von akribisch geplanter Sabotage bis hin zum ziemlich blöd gelaufenen internen Scherz. Natürlich kann man dies auch als strategisch raffinierten Schachzug von British Airways sehen. Von allen anderen Problemen hat das zumindest kurzfristig abgelenkt.

Der Streisand-Effekt wurde nun schon oft thematisiert und auch in diesem Blog Beispiele von Jack Wolfskin oder Ralf Lauren vorgestellt. Dennoch scheinen die Auswirkungen in den Köpfen einiger Entscheider und/oder deren Kommunikationsmanagern nicht präsent. Gerade erst hat KitKat sehr öffentlichkeitswirksam gezeigt, wie man alles versaubeutelt. Oder wie es ein Kommentar bei Vimeo beschrieb: „Fire your PR team. They are muppets.” Tragen die wirklich die Schuld daran oder handeln die PR’ler nur auf Anweisung der obersten Etagen?

Nun folgt der nächste hochkarätige Kandidat für ein PR-Desaster erster Klasse. Samsung verklagt einen Journalisten für eine Glosse, die das Management so gar nicht witzig fand. Der in Südkorea lebende Journalist und Autor Michael Breen zog in einem Artikel in der Korea Times über den Konzern, seine Führungsetage und die vergangenen Korruptionsskandale her, worauf Samsung diesen wegen übler Nachrede und Beleidigung anzeigte. Der Konzern fordert eine Mio. US Dollar. Kann man nur noch sagen: „großes Streisand-Kino“.

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