Mein Blogbeitrag vom 14. Dezember 2009 endete mit der Frage, wie lange wir wohl auf Tiger Woods Werbe-Comeback warten müssen. Es ging sogar noch schneller als bei Kate Moss – er ist wieder da. Pünktlich zum Comeback auf dem Golfplatz zeigt Nike einen Werbespot, der die Lebenskrise seiner einstigen Werbe-Ikone zum Thema macht. In dem Schwarz-Weiß-Clip sieht man einen betrübt dreinschauenden Woods und hört aus dem Off die Stimme seines Vaters Earl: “Ich will herausfinden, was du dir dabei gedacht hast. Ich will herausfinden, was du fühlst”, und endet mit der unbeantworteten Frage “Hast du daraus etwas gelernt?”.
Die Wochenzeitung “Der Freitag” bemerkt erstaunt, “wie der Spot sich in den Kontext der Affäre und der Medien-Berichterstattung einpasst”, der Skandal müsse nicht mehr erwähnt werden, die Details würden bereits als bekannt vorausgesetzt. Insbesondere aber der Umstand, dass Woods’ Vater Earl bereits 2006 verstorben ist, handelte dem Golfer erneut Kritik auf breiter Front ein. Beim Branchenblatt “Horizont” war der Spot gestern der “Flop der Woche”, Woods habe seine Glaubwürdigkeit endgültig verspielt. In den USA wird das Werbevideo bereits munter persifliert, etwa bei Jimmy Kimmel auf ABC, der Woods’ Mutter sprechen lässt. Aktuelle Scheidungsgerüchte werden sogar auf eben diesen Nike-Spot zurückgeführt, seine Frau soll sehr erbost gewesen sein: “Elin was violently angry over this commercial and thought it was a cheesy thing to do [...] She is over Tiger. I wouldn’t be surprised if she files for divorce sometime soon”, steckte ein angeblich Vertrauter dem People-Magazin.
Ob der Spot also tatsächlich Tiger Woods’ großes Werbe-Comeback wird, darf also bezweifelt werden. Ebenso die entscheidende Frage, ob die Marke Nike von der Aufmerksamkeit der vergangenen Tage wirklich profitiert hat.




„Mitdenken!“ hieß in den 1990er Jahren kurz und schlicht einer der wohl bekanntesten deutschen Werbeslogans. Sicher ist es im Nachhinein einfach, über völlig unnötige Fehltritte anderer zu urteilen. Dennoch, ein Vorfall in dieser Woche hat wieder einmal gezeigt, wie schnell Unternehmen zum Gegenstand kritischer Berichterstattung werden können. Als Auslöser dafür bedarf es nicht immer gleich große Störfälle, Datenskandale oder Massenentlassungen. Der Pariser Luxus-Modehersteller Louis Vouiton muss einen gewaltigen Aussetzer gehabt haben, als er am Montag einen Altkleiderladen des Roten Kreuzes in Marburg wegen einer gefälschten Handtasche verklagte und 2.600 Euro für die entstandenen Anwaltskosten von der Hilfsorganisation verlangte. Für Journalisten ein gefundenes Fressen: „Nobelfirma Louis Vuitton verklagt Rotes Kreuz“ heißt es kurz darauf bei 

