Der Nächste, bitte!

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In München wird heute die nunmehr 8. Ausgabe der „Global CEO-Succession„-Studie von der Strategieberatung Booz & Company vorgestellt, eine CEO-Nachfolge-Untersuchung in den 2.500 weltweit größten börsennotierten Unternehmen. Die Kernaussage: Trotz Wirtschaftskrise räumten 2008 wider Erwarten weniger Vorstandsvorsitzende in Europa und den USA ihre Posten als im Vorjahr. Im deutschsprachigen Raum verließen 17 Prozent der CEOs freiwillig oder unfreiwillig ihren Job, das sind 2,7 Prozent weniger als 2007. In Europa sank die Quote um 1,9 Prozent, in den USA immerhin um 0,5 Prozent. Die Verfasser der Studie schließen daraus, Aufsichtsräte hätten im Krisenjahr 2008 stärker als zuvor auf Kontinuität gesetzt.
Doch auch wenn die Wechselquoten leicht gesunken sein mögen, nirgendwo sonst auf der Welt werden Vorstandsvorsitzende so oft ausgetauscht wie im deutschsprachigen Raum – der CEO-Posten ist und bleibt ein wackliger Stuhl. Neben den vielfältigen Führungsqualitäten ist die öffentliche Wahrnehmung des Vorstandsvorsitzenden immer auch Teil des wirtschaftlichen Erfolgs, er ist die Galionsfigur des Unternehmens, er ist schlichtweg die personifizierte Unternehmenswahrnehmung. Die Tatsache, dass einem beim Gedanken daran selbst kaum positive sondern in erster Linie Negativ-Beispiele einfallen, ist nicht nur auf die von Medien und Politik ausgiebig zelebrierte Managerschelte zurückzuführen. Sie zeugt auch von der hierzulande oft unzureichenden, oft eher zufälligen Positionierung von Vorständen. Dabei ist Kommunikation der entscheidende Hebel für die Profilierung in der Öffentlichkeit und damit ein bedeutender Faktor, welche Meinungen über das Unternehmen vorherrschen. Clevere CEOs und deren Kommunikationschefs haben längst erkannt: Es gilt Themen herauszuarbeiten, mit denen man die Galionsfigur des Unternehmens authentisch in der medialen Öffentlichkeit positionieren kann. Selbstverständlich sind „One-Hit-Wonder“-Themen nur von kurzer Lebensdauer und der CEO läuft Gefahr, reinen PR-Getöses überführt zu werden. Dagegen sind nachhaltig und kontinuierlich gespielte Themen durchaus erfolgsversprechend. Klar ist auch, dass dies ein gerüttelt Maß an Zeit und Ausdauer verlangt. Allerdings: Kommunikation und CEO-Positioning ist kein Ersatz für mangelnde Führungsqualität und schon gar keine Garantie für eine überdurchschnittliche Verweildauer im Unternehmen – wohl aber bietet es die Chance, sich ein Stück Aufmerksamkeit in der medialen Flut zu sichern.

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