Designer von Wahrheit?

Kürzlich erschien mit mir ein Interview in der Sächsischen Zeitung, unter dem Titel „Die Öffentlichkeit erwartet immer eine Entschuldigung“. Es ging um Burger King, Uli Hoeneß und Christian Wulff. Und um die Frage, ob man als Krisenkommunikator der Designer von Wahrheit ist. Wen das interessiert, bitte den WEITERLESEN Button klicken, hier sind Auszüge des Artikels nachzulesen. Das vollständige Interview findet man hier. Allerdings hat die SZ eine Bezahlschranke eingerichtet, bei Interesse am Gesamttext bitte einfach einen Kommentar hinterlassen.

Der grosse Bluff

Auszug aus dem Interview der Sächsischen Zeitung vom 27. Juni 2014, aufgeschrieben von Doreen Reinhard.

„Die Öffentlichkeit erwartet immer eine Entschuldigung“

Uli Hoeneß, Christian Wulff, Markus Lanz: Probleme eskalieren heute so öffentlich wie nie. Für Krisenberater Dirk Popp sind sie ein gutes Geschäft. Dirk Popp ist Profi für schlechte Nachrichten, die fatale Folgen hätten, wenn nicht Krisenberater wie er die Außenwirkung korrigieren würden. Der Dresdner ist Chef der Kommunikationsagentur Ketchum Pleon und hat seinen letzten Fall gerade abgeschlossen: die Fast-Food-Kette Burger King. Journalisten hatten über hygienische Mängel und schlechte Arbeitsbedingungen berichtet. Popp leistete Erste Hilfe in Image-Korrektur. Auch in seinem Blog schreibt er über Krisen-PR.

Herr Popp, gibt es den perfekten Zeitpunkt, um mit schlechten Nachrichten an die Öffentlichkeit zu gehen? Bei Krisen, die von einem Moment auf den anderen eskalieren, gibt es das natürlich nicht. Da muss nur klar sein, wie sie kommuniziert werden. Andere Sachen dagegen kann man schon planen, zum Beispiel Themen wie die Umstrukturierung von Unternehmen, bei denen man weiß, dass sie kritisch werden. Um so etwas bekannt zu geben, wäre ein Ereignis wie die Fußball-WM perfekt, denn in diesem Moment konzentrieren sich alle auf die deutsche Nationalmannschaft.

Zwei prominente Krisen-Fälle dieses Jahres sind der angefeindete „Wetten, dass..?“-Moderator Markus Lanz und der als Steuersünder entlarvte Uli Hoeneß. Wer hat sich besser geschlagen? Obwohl er wohl den meisten unsympathischer ist, würde ich Markus Lanz die besseren Steherqualitäten zusprechen. Er hat Haltung gezeigt und zu sich gestanden. Bis zu einem Punkt, an dem es eben nicht mehr weiterging. Uli Hoeneß dagegen hat seine Krise erst geleugnet und dann zu spät den Schritt nach vorn gemacht. Auch die meisten Unternehmen in Krisen versuchen, abzutauchen, business as usual zu machen und abzuwarten, was passiert. Diese Strategie funktioniert langfristig nicht.

Die Krisen-Strategie des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff wurde als „Salami-Taktik“ bezeichnet. Auch nicht empfehlenswert, oder? Christian Wulff ist mit dieser Taktik gescheitert, weil er eine Haltung hat durchscheinen lassen: Ich bin der Bundespräsident, mir kann keiner was. Das hat er zwar nie so gesagt, aber diese Botschaft lief unterschwellig immer mit, und die kam überhaupt nicht gut an. Und als Bundespräsident den Anrufbeantworter eines Chefredakteurs zu besprechen, ist eine politische Dummheit, dazu braucht man nicht Kommunikationsberater zu sein. Kann man aus einer Krise auch mit einem besseren Image hervorgehen? Diesen Effekt kann man sogar recht häufig beobachten. Vorausgesetzt, man zieht aus einer Krise die richtigen Schlüsse. Und man muss die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit befriedigen. Das sieht man auch bei Christian Wulff: Ab einem gewissen Punkt hat man gemerkt, dass er mit sich im Reinen ist. Er hat den Gerichtsprozess durchgezogen, mit allen Risiken, die so etwas auch mit sich bringt. Dass er nun, wo alles beendet ist, doch noch einmal abrechnet und ein Buch veröffentlicht, verkehrt diesen Effekt allerdings wieder ins Gegenteil. Das zeigt eine Unbelehrbarkeit.

Warum eskalieren trotz hochprofessioneller Krisen-Kommunikation noch so viele Probleme öffentlich? Oft werden Leute von außen erst dazugeholt, wenn die Krise schon weiter fortgeschritten ist. Aber: Es ist relativ schwierig, eine Krise intern abzuwickeln – und zwar nicht, weil Menschen wie ich schlauer sind, sondern weil sie einen kühleren Blick haben. Krisen haben zu einem großen Teil mit Emotionen zu tun, und die sind ab einem gewissen Punkt auch von den professionellsten Leuten dieser Welt nicht mehr steuerbar.

Das vollständige Interview findet man hier.

Advertisements

10 Gedanken zu „Designer von Wahrheit?

  1. It is true that presence of these facilities
    is more noticeable in metropolitans, but it is also becoming popular in comparatively smaller
    cities. No worrying about late night arrivals disturbing you at night or listening to the sound of the elevator during all night.
    Chennai serviced apartments deliver outstanding
    amenities to the guests thus they are treated with special care and concern. Corporate apartments in Paris give homely feeling
    which makes life at ease when you are out of
    home for long.

  2. Mit der Rolle des Emotionalen, das klingt schlüssig.
    Würde das Interview gern zuende lesen,
    auch würde ich der SZ gern dafür auch einen Obolus zahlen, aber das System mit dieser Paywall ist leider sehr bekloppt.
    Aber diese Art „Kundenservice“ ist vielleicht der sichere Weg in eine alsbald erforderliche Krisenberatung.

      • ok, ich akzeptiere »wirklich kompliziert« und ziehe mein »bekloppt« zurück. Freue mich darauf, das Interview zu lesen und würde mich auch sehr freuen, auf einem akzeptabel einfachen Weg zukünftig die digitalen Angebote der SZ (Sächsische Zeitung) zu lesen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s