Die Avantgarde der Mitbestimmung?

Deutsche Geschäftsführer treffen ihre Betriebsräte und Gewerkschafter zurzeit öfter als üblich. Personalkostensenkungen, Sozialpläne und Interessenausgleiche sind zu verhandeln. Immerhin: Verhandlungskommission trifft auf Verhandlungskommission. In Frankreich haben einige Unternehmen alternativ mit Boss-Napping von sich reden gemacht. Damit war das Arsenal der Guerilla-Mitbestimmung über anstehende Maßnahmen zur Rezessionsbewältigung noch nicht erschöpft.

 

À la avantgarde der Mitbestimmung, überlegen Mitarbeiter eines Automotive-Herstellers diese Tage, ob die Androhung der Sprengung der Fabrik hilft, Abfindungen von 30.000 Euro durchzusetzen (www.sueddeutsche.de/wirtschaft/834/480316/text). Unabhängig vom Erfolg dieser Demonstration: Für ein paar Schlagzeilen ist eine solche Aktion alle Mal gut. Noch ein Vergleich der deutschen Zustände mit denen des Nachbarlandes mag lehrreich sein: Auch wenn es oft ein schwieriger Balance-Akt ist, Verhandlungen adäquat nach innen und außen zu kommunizieren, angesichts explosionsbereiter Gasflaschen dürfte das noch schwerer fallen. Das Management der insolventen New Fabris hat sich bisher jedenfalls noch nicht geäußert.

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