FIFA weiter in großen Turbulenzen

BlatterDer FIFA-Korruptionsskandal hat das Zeug für einen echten Krisen-Dauerbrenner. Die vergangenen zwei Wochen gaben uns dafür einen guten Vorgeschmack: Auf den Zugriff der Schweizer Polizei, die Ende Mai sieben Verbandsfunktionäre verhaftet hatte, folgte zunächst die Wiederwahl von Sepp Blatter – die BILD-Zeitung sprach von „FIFA-Schande“ – vier Tage später dann dessen spektakulärer Rücktritt vom Amt des Präsidenten. Weiterlesen

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Suche Haltung, biete Shitstorm

Aldi SüdJetzt hat es also auch Aldi-Süd erwischt: Der einst so verschwiegene Discount-Riese sieht sich im Netz einem veritablen Shitstorm ausgesetzt. Der Anlass ist nahezu lächerlich.

Ein Kunde hatte sich per Facebook über die Abbildung einer Moschee auf einem Stück Seife beschwert. So weit, so banal. Was aber macht Aldi? Den schnellen Kotau – zieht das betroffene Produkt aus dem Verkehr. Eine eigene Haltung sieht anders aus. Mit der Veröffentlichung des Rückrufs geht es im Netz jetzt erst richtig los. Weiterlesen

Lufthansa: Wie viel Streik verträgt die Marke?

Lufthansa

Ein bisschen muss sich Lufthansa-Boss Carsten Spohr fühlen wie Bill Murray in dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier.“ Bereits zum fünften Mal innerhalb von vier Wochen ruft die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit zum Streik auf. Es geht – mal wieder – um den festgefahrenen Tarifkonflikt. Für die Piloten ist es wohl eines der letzten großen Gefechte, um die heutzutage realitätsfremden Besitzstände zu sichern. Auch deshalb trifft der Ausstand vom 30. September die Kranich-Linie gerade jetzt im hart umkämpften Langstreckengeschäft – ausgerechnet in einem reisestarken Monat. Also dort, wo es richtig weh tut. Das Unternehmen selbst spricht von einem erheblichen Reputationsschaden und Vertrauensverlust.

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Middelhoff: Der ultimative Angriff

Im deutschen Blätterwald rauschte es gewaltig, nachdem der einstige Vorzeigemanager Thomas Middelhoff „wie eine Katze“ den Sprung vom Garagendach gewagt hatte. Selbst die eigentlich nicht unter Boulevard-Verdacht stehende Zeit nannte den Vorfall „eine spektakuläre Flucht“. Der Grund für das akrobatische Manöver? Middelhoff wollte einem Widersacher nach dem Offenbarungseid „nicht den Triumph eines Fotos“ (BILD) gönnen.

thomas-middelhoffOb das Bild bei dieser Art der Berichterstattung noch einen großen Unterschied ausgemacht hätte, darf bezweifelt werden. Immerhin ergab sich für Thomas Middelhoff einmal mehr die Chance, seine ganz spezifische Sicht der Dinge kund zu tun. „Fröhlich pfeifend“sei er entkommen. Wie so oft versuchte der Manager alles, um die Niederlage in einen Sieg umzudeuten.

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Dani Alves – alles Banane, oder was?

Wer kennt das nicht: Mangelhafte Kommunikation über echtes beziehungsweise vermeintliches Fehlverhalten, die eine Welle der Empörung im Netz auslöst. Klar, die Rede ist vom mittlerweile allgegenwärtigen Shitstorm, der sich kübelweise entlädt. Zalando und Burger King befinden sich nach RTL-Berichten gerade mittendrin. Dass sich aber genauso spontan eine Welle des Zuspruchs entfalten kann, belegt aktuell das Beispiel des Fußball-Profis Daniel Alves. Es zeigt, dass und wie kleine Gesten große Wirkung entfalten können.

Die Szene ist vielleicht gerade einmal zwei Sekunden lang: Dani Alves vom FC Barcelona tritt zum Eckstoß an, kurz zuvor hebt er ganz cool eine Banane vom Spielfeldrand auf und beißt kräftig hinein. Der rassistischen Beleidigung der gegnerischen Fans gab er damit eine vollkommen neue Wendung. Das Video vom herzhaften Bananenbiss verbreitete sich rasend schnell. Zahlreiche Unterstützer, darunter viele Promis und Profi-Fußballer, posten ihre Bananen-Selfies via Twitter und Facebook und zeigen, was von Rassismus zu halten ist: er ist schlicht dumm, lächerlich, überflüssig.

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Alice Schwarzer: Von Helden und Opfern

Die Steuersünder-CDs liefern uns in diesen Tagen mal wieder den Soundtrack für ein Medien-Drama. In der Hauptrolle: die Feminismus-Ikone Alice Schwarzer. Auch wenn die Tonlage etwas schriller ausfällt als sonst, kommt einem die Melodie doch sehr bekannt vor: Ein bis dahin als moralische Instanz geschätzter Promi stolpert über ein Vergehen, geriert sich nach einigen Windungen und Wendungen schnell als Opfer. Von Reue keine oder kaum eine Spur. Schuld haben wie immer die anderen. Wahlweise die Umstände oder am liebsten die Medien.

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Thailand Werbung: Rausgeschmissenes Geld

Manchmal ist es einfach zu dumm: Da investiert man viel Mühen und Geld in das Marketing eines Produktes und am Ende? Alles für die Katz. Ganz einfach weil eine massive Krise dazwischen kommt und alle schönen Marketinganstrengungen zunichte macht. So gerade geschehen bei der Imagekampagne von Modern Thailand.

Die aktuellen Werbemotive wollen den Deutschen das Land schmackhaft machen, zu Reisen animieren – mit großformatigen und großartig inszenierten Motiven von Traumstränden oder buntem Treiben auf thailändischen Märkten. Gekleckert wird dabei nicht, die Motive sind auf ganzseitigen Anzeigen in überregionalen Medien wie der Süddeutschen, dem Handelsblatt und der FAZ zu sehen. Soweit so schön.

Leider nicht gut für die Macher: Praktisch direkt neben den Anzeigen wurde nicht selten ausführlich, meist kritisch und auch reichlich bebildert über die Unruhen und Demonstrationen in Thailand berichtet. Auch darüber, dass Buchungen schon massiv eingebrochen sein sollen. Zwar rät das Auswärtige Amt nicht generell von einer Reise ab, dennoch sollte man „jegliche Menschenansammlungen im Bangkoker Stadtgebiet meiden“. Medienberichten zu folge haben Reiseveranstalter auch „Thailand-Packages“ vom Markt genommen. Nicht gerade das ideale mediale Umfeld, um mittels Marketing Touristen in sein Land zu locken.

Was also tun? Der gesunde Menschenverstand sagt einem, die Kampagne sofort zu stoppen. Und erst dann wieder zu starten, wenn die Zeit dafür reif ist. Wenn also der Widerspruch zwischen dem Bild, welches die Anzeigen vermitteln sollen, und der Realität aufgelöst ist. Wenn die paradiesischen Zustände eben nicht mehr nur vorgegaukelt werden. Natürlich ist es schwierig, einmal eingebuchte Medialeistungen und damit die Werbemotive zu schieben oder gar zurückzuziehen – auch und gerade wenn man eine internationale Kampagne fährt. Aber unmöglich ist das nicht. Aktuell wird die Wirksamkeit der Kampagne wohl gegen Null gehen. Was nichts anderes bedeutet, als dass man das Geld gerade in weitem Bogen zum Fenster hinaus wirft. Und das ist schade, sowohl für die Kampagne als auch für das Land selbst.

PS: Der Horizont berichtet über das Thema hier: http://www.horizont.net/aktuell/marketing/pages/protected/Das-ist-rausgeworfenes-Geld-Krisen-Experte-Popp-zu-Thailands-Imagekampagne_118149.html